Während sich die Kälte des Winters über den Gaza-Streifen legt, hat die humanitäre Krise einen Wendepunkt erreicht. Angesichts der Vertreibung eines Großteils der Bevölkerung und der Zerstörung der Infrastruktur hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) eine wichtige Winterkampagne gestartet, um Familien, die unter lebensbedrohlichen Bedingungen leben müssen, zu unterstützen.

Eine verzweifelte Wanderung nach Norden
Trotz der Einstellung der aktiven Feindseligkeiten nach dem Waffenstillstand vom Oktober 2025 bleibt die humanitäre Lage düster. Nach Projektberichten von ADRA Deutschland hat eine beträchtliche Anzahl von Vertriebenen begonnen, in den nördlichen Gazastreifen zurückzuwandern. Diese Bewegung wird durch eine harte Realität angetrieben. Die Lebensbedingungen im überfüllten Süden sind noch unerträglicher geworden als in den Ruinen des Nordens.
Für die Rückkehrer ist “Zuhause” ein relativer Begriff. Die meisten Familien sind derzeit in strukturell gefährdeten Gebäuden, in behelfsmäßigen Zelten, die kaum Schutz vor dem Wind bieten, oder in überfüllten öffentlichen Unterkünften ohne grundlegende sanitäre Einrichtungen untergebracht.
Die Situation nahm Mitte November eine katastrophale Wendung, als sintflutartige Regenfälle diese informellen Siedlungen überfluteten und Tausende von Familien in Mitleidenschaft zogen. In einer Landschaft, in der es so gut wie keine sicheren Unterkünfte, keine kontinuierliche Lebensmittelversorgung und kein Trinkwasser gibt, sind diese Wetterereignisse nicht mehr nur eine Unannehmlichkeit. Sie sind eine Bedrohung für das Überleben.
Logistik der Hoffnung: Die Winterhilfsaktion
Um die sinkenden Temperaturen zu bekämpfen, hat ADRA in Zusammenarbeit mit Plan International Ägypten eine ausgeklügelte Lieferkette koordiniert. Von Ägypten aus wird derzeit eine groß angelegte Beschaffungs- und Verpackungsaktion durchgeführt, um 832 Familien, d. h. etwa 4 160 Personen, mit überlebenswichtigen Winterartikeln auszustatten.
Jedes Hilfspaket enthält schwere Decken und Thermokleidung, strapazierfähiges Winterschuhwerk und wetterfeste Zelte für diejenigen, die keinen baulichen Schutz haben.
Diese Hilfsgüter werden in LKW-Konvois zum Grenzübergang Rafah transportiert, wo sie an lokale Partner zur endgültigen Verteilung an die bedürftigsten Familien übergeben werden. Kürzlich sind zwei der vier Lastwagen mit Winterhilfsmitteln und Decken von ADRA erfolgreich in den Gazastreifen gelangt. Die restlichen zwei Lastwagen werden in Kürze erwartet. Plan International Ägypten wird ADRA weiterhin über den Status der verbleibenden Lastwagen auf dem Laufenden halten, sobald es Fortschritte gibt.

Ein Vermächtnis der Intervention
Das Engagement von ADRA in der Region ist nicht neu. Seit Anfang 2024 arbeitet die Organisation mit den gemeinnützigen Organisationen Plan International Egypt und ANERA zusammen, um Nahrungsmittelsoforthilfe für fast 30.000 Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten des Gazastreifens zu leisten. Trotz extremer logistischer Herausforderungen und anhaltender Sicherheitsrisiken hat ADRA seine Präsenz aufrechterhalten und seine Hilfe von sofortiger Nahrungsmittelhilfe auf langfristige Überlebenshilfe ausgeweitet.
Diese Initiative wird durch Spenden von ADRA Deutschland, ADRA Norwegen und Aktion Deutschland Hilft finanziert.
Zum Lesen des Originalartikels, bitte ADRA Deutschland besuchen







