Rosalia Mbula wartet seit 2020 auf den Regen, um ihre Pflanzen zu pflanzen.
Sie lacht sarkastisch, als sie sich daran erinnert, wann ihr Gemüsegarten das letzte Mal blühte:
“Meine letzte vollständige Ernte war im Oktober 2019. Ich habe 90 kg Augenbohnen, 90 kg Straucherbse und 15 kg Mungobohnen geerntet. Ich habe alles aufbewahrt. Meine Familie brauchte jedes bisschen Essen, das sie bekommen konnte.”
Die 42-jährige alleinerziehende Mutter lebt in Kibwezi, einer Provinz im Süden Kenias. In dieser Region gab es in den letzten Jahren nicht genügend Niederschläge. Flüsse, die das Gebiet einst überschwemmten, sind längst ausgetrocknet.

Die Ernte, an die sie sich erinnert, reichte vier Monate lang und half ihr, das Jahr zu überstehen, doch dann litten sie wieder Hunger.
“Ich hatte auf Regen gehofft, damit wir noch ein weiteres Erntejahr hätten.”
Rosalias Ehemann kam im vergangenen Jahr bei einem tragischen Unfall ums Leben. Seitdem sorgt sie allein für den Lebensunterhalt ihrer vier Kinder. Als es besonders schwer wurde, schickte sie ihre drei älteren Kinder zu Verwandten.
Ihr jüngstes Kind, ein 15-jähriger Junge, blieb bei ihr zu Hause. Sie konnte die beiden kaum ernähren. “Mein Sohn hat mir heute Morgen gesagt, dass er sich umsehen und nach Gelegenheitsjobs suchen wird.” Rosalia beschrieb die morgendliche Suche, die viele Menschen in ihrer Nachbarschaft unternehmen. Sie klopfen an die Türen der Nachbarn und bieten an, kleine Arbeiten zu erledigen, im Austausch gegen ein bisschen Bargeld oder eine Mahlzeit.
Vorerst hat ADRA das „Mukeni Drought Response Project“ ins Leben gerufen, um Familien wie Rosalia und ihren Kindern das Leben ein wenig zu erleichtern. Die Gemeinde hat mit der Ernte des dürreresistenten Saatguts von ADRA begonnen, und die Lebensmittelrationen des Projekts haben vielen weiteren Familien in der Region dabei geholfen, ihren Nährstoffbedarf zu decken.

Rosalia hat sogar einen Weg gefunden, von dem Geld zu leben, das sie gespart hat, weil sie keine Lebensmittel kaufen musste, solange sie die Lebensmittelrationen von ADRA erhielt. Sie mietete ein kleines Zimmer in der Stadt und eröffnete einen kleinen Lebensmittelladen. Obwohl sie nicht genug Wasser für einen richtigen Garten hatte, legte Rosalia hinter ihrem Haus einen kleinen Küchengarten an, um Grünkohl und Bohnen für die Zubereitung der Speisen in ihrem Laden anzubauen.
Die Hilfsmaßnahmen im Rahmen der „Mukeni Drought Response“ haben dazu beigetragen, Rosalia und ihrer Gemeinde sofortige Hilfe zu leisten. Sie sind dankbar für die Unterstützung und Fürsorge von ADRA, die es ihnen ermöglicht, diese anhaltende Dürre- und Hungerkrise am Horn von Afrika zu überstehen.