Anwara hat einen Alptraum erlebt. Ihr Dorf wurde niedergebrannt, ihr Mann brutal ermordet und sie war gezwungen, durch die Nacht zu fliehen, um ihre Kinder in Sicherheit zu bringen.
“Als die Armee unser Dorf angriff, verhafteten sie alle Männer”, sagte sie. “Mein Mann war unter ihnen.
“Ich hatte gehört, dass die Armee seine Leiche verstümmelt hatte”, erinnert sich Anwara mit tränenroten Augen. “Ich ging in die Stadt, um die Nachricht zu überprüfen und gegebenenfalls seinen Leichnam abzuholen.”
“Ich war entsetzt. Ich habe mich vergewissert, dass er es war, und bin dann geflohen.”
Am nächsten Morgen sammelte Anwara ihre sieben Kinder ein und lief zum Naf-Fluss, der Myanmar von Bangladesch trennt. Auf der einen Seite drohten Gefahr und Tod, auf der anderen eine ungewisse Sicherheit.
Tag und Nacht versteckte sich die verzweifelte Familie zwischen weidendem Vieh am grasbewachsenen Flussufer. Schließlich, um 2 Uhr morgens, tauschte Anwara ihre goldenen Ohrringe gegen die Überfahrt ihrer Familie ein, bevor sie sich in ein kleines Boot mit 35 anderen Menschen zwängte.
Anwara und ihre Kinder leben jetzt in Camp Leda in der südöstlichen Ecke von Bangladesch, nur wenige Kilometer von dem Leben entfernt, das sie mit ihrem Mann und ihrer Gemeinde teilte. Dort hatte sie ihr eigenes Haus, viele Ziegen und sieben Kühe. In Leda hat sie nichts - nur ein “Haus” aus einer schwarzen Plane und kleine Rationen an Nahrungsmittelhilfe.
“Ich habe alles hinter mir gelassen, um in Bangladesch Sicherheit zu finden”, sagte sie. “Jetzt ist alles weg, aber meinen Kindern geht es gut.”
Jede Nacht wird Anwara von den Erinnerungen an ihr Haus und ihren Ehemann heimgesucht, aber sie wacht jeden Morgen mit neuem Vertrauen in Gott und die humanitären Organisationen wie ADRA auf, die sie weiterhin unterstützen.