Bolivien: Erdrutsche zerstören Städte in Sekundenschnelle, ADRA reagiert
SILVER SPRING, Md. - Wochenlange schwere Regenfälle lösten massive Erdrutsche aus, die Hunderte von Häusern in der Hauptstadt La Paz, Bolivien, zerstörten. Das Adventistische Entwicklungs- und Hilfswerk (ADRA) ist vor Ort und verteilt Hilfsgüter an obdachlose Familien.
ADRAs Hilfe zielt auf die Region Kupini im Osten von La Paz, ein Gebiet, das durch die jüngsten Erdrutsche stark zerstört wurde. Im Rahmen der Maßnahme wird ADRA an über 230 Familien, d. h. etwa 1 150 Personen, Hilfsgüter verteilen. Jede Familie erhält ein Hygieneset, bestehend aus Zahnbürsten, Zahnpasta, Shampoo, Seife, Hygieneartikeln und Deodorant. Außerdem wird ADRA diese Familien mit Wasserflaschen und Decken versorgen. Die Verteilung durch ADRA richtet sich an Familien mit weiblichem Haushaltsvorstand, an Familien in Notunterkünften und an Familien mit zwei oder mehr Kindern.
Schwere Schlamm- und Geröllmassen fegten über die steilen Hügel von La Paz und zerstörten etwa 800 Häuser in einem 200 Hektar großen Gebiet. Ein an einem Hang gelegener Friedhof wurde in zwei Hälften geteilt, wobei eine Hälfte nun mehrere Stockwerke unter der anderen Hälfte liegt. Nach Angaben von ADRA Bolivien hatten einige Bewohner das Glück, mit wenigen Habseligkeiten aus ihren Häusern zu fliehen, bevor die Erdrutsche einsetzten.
ADRA Bolivien steht in Kontakt mit dem bolivianischen Notfallzentrum, um die Notfallmaßnahmen zu koordinieren. Das Ausmaß der Verwüstung veranlasste die bolivianische Regierung, am 23. Februar den nationalen Notstand auszurufen. ADRA Bolivien wird mit Hilfe von freiwilligen Helfern der örtlichen Kirchen die zu verteilenden Hilfsgüter beschaffen, die Kits im örtlichen ADRA-Büro verpacken und die Notfallkits an verschiedenen Verteilungsorten ausliefern.
La Paz, das als Erdrutsch-Hotspot in Südamerika gilt, liegt an steilen Hängen, die von instabilen Schuttmassen aus den Anden bedeckt sind. Wochenlange intensive Regenfälle im Februar und Anfang März sättigten den Boden und schwächten so die strukturelle Integrität mehrerer Städte in Hanglage. Die starken Regenfälle sind ein Merkmal des Klimaphänomens La Niña, das als Ursache für die jüngsten Erdrutsche gilt, die als die schlimmsten in der Geschichte von La Paz bezeichnet werden.